Haim Time – Apfelsaft statt Glühwein

Haim + Saint Raymond
Bürgerhaus Stollwerck // 26.11.2013

Bei kuscheligen 0°C  versammeln sich die ersten Mutigen auf den Weihnachtsmärkten, wir lassen uns lieber von den wundervollen Haim Schwestern im Bürgerhaus Stollwerck einheizen.HAIM, Foto: Kirsten Otto

Zunächst zeigt Callum Burrows aka Saint Raymond aus England eine gute halbe Stunde was er kann, wenn auch noch vor einer recht leeren Halle. Wie Haim hat auch er Live Verstärkung in Form von drei weiteren jungen Männern dabei. Zusammen beglücken sie das Publikum mit eher seichten Melodien. Hier und da wird mitgewippt, sonst bleibt es aber erst noch ruhiger. Mit dem ein oder anderen schnelleren Song, wie zum Beispiel „Bonfires“, können sie dann sogar doch noch zum Mitklatschen animieren. Zu mehr reicht es nicht, aber immerhin. Wem es gefallen hat: Eine neue EP ist in Planung und soll Anfang 2014 erscheinen.
Mittlerweile ist es ganz schön voll geworden, man könnte meinen es ist doch ausverkauft. Dann ist es endlich soweit: Punkt 22:00 Uhr entern Haim die Bühne. Mit dabei ihr fantastisches Debütalbum „Days Are Gone“ sowie Live-Unterstützung in Form eines Drummers und Keyboarders. Den Anfang macht das starke „Falling“. Gleich als zweites hauen sie ihre Single „The Wire“ raus, gefolgt von einem wilden Fleetwood Mac Cover von „Oh Well“. Haim sprühen vor Energie und lassen es so gar nicht zimperlich an den Drums aus. Neben brutalem Gitarren Geschrammel dient die Samba-Rassel kurzer Hand als Drumstick für den maximalen Sound.

Neben all dieser rohen Energie können die sympathischen Mädels auch ganz ruhige Töne anschlagen. Mit viel Gefühl geben sie z.B. „Go Slow“ zum Besten.
Es braucht nHAIM, Foto: Kirsten Ottoicht lange und man merkt: Haim sind unglaublich vielseitig und vor allem perfekt aufeinander eingestimmt, wie es nunmal unter Schwestern sein sollte. Nicht nur stimmlich harmonieren sie super, beim Schäkern mit dem Publikum merkt man es ebenso, auch wenn sie sich mal gerne gegenseitig ins Wort fallen (typisch Geschwister halt…). Hier ein Klopf-Klopf-Witz, da ein öffentliches Liebes Geständnis zum deutschen Apfelsaft und so geht es das ganze Set über weiter – witzig und charmant wie immer. Este begeistert neben ihrer Gesichtsgymnastik mit einer Anekdote über ihr verloren gegangenes Gepäck, welches den heutigen Auftritt fast verhindert hätte. Einen persönlichen Drohanruf bei Air Berlin später und schon tauchte es wieder auf. „No one fucks with me!!“, besser ist das!
Auch der Sound ist ziemlich gut abgemischt an diesem Abend. Einziges Manko: Die Bewegungslegasthenie des Publikums. Den Anwesenden gefällt es, keine Frage, das zeigt der begeisterte Applaus nach jedem Song. Ein paar Fans haben sogar Geschenke (Armbänder) dabei,  Haim sind entzückt und unterbrechen das Set um diese gleich anzuziehen. Nur mit der Bewegung hapert es halt ein wenig. Dies bemerkt auch Danielle und ruft das restliche Set als Dance Party aus. Leider reicht das aber nicht, um genug Schwung reinzubringen. Sie fragt einfach zu höflich. Da braucht es erst eine Este im Befehlston – „Shake your asses!“ – um die Massen zu bewegen.

 
HAIM, Foto: Kirsten Otto
Nach 50 Minuten ist dann leider auch schon Schluss. Haim lassen sich nicht lang bitten und kommen nochmal für zwei Songs zurück auf die Bühne. Zum einen probieren sie sich mit viel Gefühl und Kreativität an Sheryl Crows‘ „Strong Enough“. Den Abschluss macht „Let Me Go“ inklusive finalem Drum-Feuerwerk und dann ist wirklich Feierabend für heute.
Ein kurzes Vergnügen mit den bezaubernden Haim Mädels. Wir freuen uns auf ein nächstes Mal! Es darf auch gerne länger sein!

Setlist
01 Falling
02 The Wire
03 Oh Well (Fleetwood Mac Cover)
04 Honey and I
05 Go Slow
06 My Song 5
07 Don’t Save Me
08 If I Could Change Your Mind
09 Forever
—-
10 Strong Enough (Sheryl Crow Cover)
11 Let Me Go

_ Hier gibt es alle Fotos zur Show von Kirsten Otto
_ Originalartikel erschienen auf www.getaddicted.org

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