VAINSTREAM Rockfest – 09.06.2012, Münster, Am Hawerkamp

Alle Jahre wieder pilgern wir nach Münster, wo das VAINSTREAM ROCKFEST 2012 angerichtet wird: Zwei Bühnen, auf denen sich 17 Gänge Schlag auf Schlag das Mikro in die Hand drücken. Hier sollte nun wirklich für jeden Geschmack etwas dabei sein – in diesem Sinne: Guten Appetit!

Image Wir erreichen das Gelände pünktlich zum ersten Gang und schnell wird klar, dass sich das frühe Aufstehen gelohnt hat! YOUR DEMISE flippen über die Bühne und man würde nicht meinen, dass wir gerade mal 10 Uhr morgens haben. Da hat wohl wer brav sein Knoppers verputzt! Mit viel Energie teilt sich Sänger Ed gerne mal das Mikrofon mit den Fans in der ersten Reihe, um altbekannte Songs wie ‚Miles Away‘ oder ‚The Kids We Used To Be‘ gemeinsam zu schmettern. Aber auch das ein oder andere neue Schmankerl (z.B. ‚Forget About Me‘) von der aktuellen Platte ‚The Golden Age‘ wird zum Besten gegeben. Ein guter Start.

Munter geht es weiter mit den Schweden von ADEPT. Nachdem man den kurzen Schock beim Anblick von Sänger Robert, der mit neuem Kurzhaarschnitt aufwartet, überwunden hat, geht es rund. Ob es an der neuen Windschnittigkeit liegt, vermag man nicht zu sagen. Auf jeden Fall prescht er über die Bühne und die gute Laune ist ansteckend, so wird fleißig mitgehüpft und geklatscht. Von wegen ‚We sleep all day and party all night’…

Ein erstes Highlight wird im Anschluss mit EVERGREEN TERRACE serviert. Der melodische US-Hardcore geht ins Ohr und in die Beine, deshalb bekommen sie auch ihren Circle Pit zustande. Craig überzeugt mit cleaner Stimme gepaart mit Andrews astreinen Shouts – das macht Laune und richtig gute Stimmung! Dazu ein strahlend blauer Himmel ganz wie im Simpsons-Vorspann, wie passend, was will man mehr? Auch wenn hier von der ‚Mad World‘ gesungen wird, dem Publikum geht es gerade richtig gut!

Mit mächtig fiesen Growls und großen Hip Hop-Gesten geht es weiter: EMMURE hauen auf die Kacke und reißen ordentlich was ab! Kein Wunder, dass es so langsam richtig aktiv vor der Bühne wird, jetzt scheint auch der letzte richtig wach zu sein.

Mit GOJIRA wird die erste Metal-Klatsche rausgeholt. 10-Minuten Stücke, die Haare fliegen und die Gitarrensaiten reißen. Wem es gefällt…
Wir gönnen uns dann erstmal eine kleine Pause, um für unser leibliches Wohl zu sorgen. Dazu können wir nur sagen: Hut ab! Für so ein kompaktes Gelände gibt es hier wirklich viel Abwechslung für Veganer, Fleichfresser und Falafisten (Letztere sind neu zu Gast). Während wir uns stärken, übernehmen SMOKE BLOW mit punkigem Sound und ‚Rebell Yell‘ Cover die Bühne. Nur das ‚Blank ziehen‘ muss doch nicht sein! Schnell weggucken, das geht auch vorüber! Die MAD CADDIES helfen beim Vergessen und pusten einem mit Pauken und Trompeten das Hirn frei. Ein bisschen Ska für die gute Laune und alles ist wieder gut, wir haben es überstanden.

Frisch ans Werk mit AUGUST BURNS RED. Auf die Fresse mit feinen Hardcore Moves oder bei ‚Internal Cannon‘ auch mal kess die Hüften schwingen – egal wie, hier fällt es schwer still zu stehen. Also warum sich widersetzen? Einfach laufen lassen heißt die Devise.

r/v: VAINSTREAM Rockfest - 09.06.2012, Münster, Am Hawerkamp Die Briten ENTER SHIKARI beweisen als nächstes, dass sie auch ohne riesige Lasershow die Massen begeistern können. Der Mix aus Hardcore und Elektro macht Laune und das Publikum geht mit, tanzt und hat Spaß. Neben einigen neuen Songs darf natürlich ‚Sorry You’re Not A Winner‘ nicht fehlen, da kann man doch so schön klatschen. Sänger Rou macht es den Stagetechs und Securities nicht leicht und taucht öfters mal ab, um den Kontakt zum Publikum zu suchen. Dieses ist begeistert von so viel Nähe und Engagement und zeigt es auch lautstark. Definitiv ein Highlight.

Image Die Altpunker von LAGWAGON kommen dagegen eher belanglos daher. Vor der Bühne ist auch etwas weniger los, aber die  LAGWAGON-Fans haben ihren Spaß und kommen auf ihre Kosten. Mit tätowierten Geheimratsecken geht es weiter: MASTODON bringen die Härte zurück und vor der Bühne wird es auch merklich voller. Gerade rechtzeitig, um mitzubekommen wie CALIBAN Frontmann Andy seine Klaue ausfährt und unter anderem mit RAMMSTEIN Cover von ‚Sonne‘ beglückt, K.I.Z. mit ‚Riesenglied‘ rumprollen und mit Feuerlöschern spielen und die BROILERS altbekannte Düsseldorf Chöre anstimmen, während die Fans Bengalos abfackeln. Man mag diese Bands mögen oder nicht, Fakt ist, sie kommen beim Großteil des meist leicht angeheiterten Festivalpublikums richtig gut an.

Image Nach dem rustikaleren Festival-Schick unterhalten die seit kurzem wiedervereinten REFUSED die Massen im schnieken Anzug und mit reichlich Mikrofon-Geschwinge. Ein elektrisierendes Kontrastprogramm, man ist es hier nicht anders gewohnt und man möchte es auch gar nicht anders haben: ‚Worms Of The Senses‘, ‚Coup D’Etat‘, ‚Rather Be Dead‘, ‚Summer Holidays vs Punk Routine‘, ‚The Deadly Rhythm‘, ‚The Shape Of Punk To Come‘ und natürlich ‚New Noise‘ gehören unter anderem zum ‚Refused Party Program‘.

Wir nähern uns dem Ende dieses glorreichen Tages und ausgerechnet bei den letzten beiden Bands muss man sich nun doch entscheiden: Live Musik oder Live Fußball? Denn das erste Deutschland-Spiel der EM 2012 wird gleichzeitig mit THE GASLIGHT ANTHEM und SLAYER übertragen. Die Festivalbesucher scheinen geteilt, denn es wird tatsächlich deutlich leerer auf dem Gelände. Vor der Bühne ist trotz alledem noch einiges los und wer bleibt, bleibt auch nicht still stehen. Dafür sorgen die Jungs von THE GASLIGHT ANTHEM schon! Brian Fallon und Co. wissen genau, wie sie das Publikum zum Tanzen und Mitsingen bewegen können. So wird man ganz einfach mitgerissen und Widerstand ist zwecklos, dafür ist die Präsenz der Band zu intensiv. Aber wer mag sich da schon wehren, es macht doch Spaß!

Image Wir warten nun gespannt auf das Hauptgericht des Tages und können es kaum erwarten, ob die Thrash-Metal-Ikonen von SLAYER den ganztätigen euphorischen ‚Slaaaaaayyeeer‘-Rufen auch tatsächlich gerecht werden. Wir sind nervös und werden dann endlich vom längsten Soundcheck des Tages erlöst. SLAYER prusten, stampfen und grollen in die Nacht. Ohne viel Schnick-Schnack. Einfach pur, einfach Metal, einfach Kult.

Wir sind durchgeschüttelt, Jogis Jungs gewinnen 1:0, wir geben uns noch die großartigen STICK TO YOUR GUNS auf der Aftershowparty in der kleinen Sputnikhalle und fahren dann selig und gesättigt nach Haus.

Wir können sagen: Es war köstlich! Bis zum nächsten Jahr. Wir bringen auch wieder ordentlich Hunger mit!


_ Hier gibt es alle Fotos zum Festival von Sabrina Thron

_ Originalartikel erschienen auf www.triggerfish.de

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