Duell der Hübschlinge

Lostprophets und Young Guns in Köln
Live Music Hall // 06.05.2012

Ian Watkins vs Gustav Wood – wer wird wohl das Rennen machen? Denn nett anzusehen sind die beiden Frontmänner ja. Nicht umsonst wird man bei den Konzerten von kleinen Kreischmädels überfallen und es bilden sich Schlangen noch lange vor dem Einlass. Dies sollte auch dieses Mal nicht anders sein, wobei die Kreischmädels doch in der Unterzahl waren. Wir einigen uns auf ein Unentschieden und lassen nun aber mal das Äußerliche beiseite.

Young Guns, Foto: Kirsten OttoAm Eingang der Live Music Hall oder später am Merch bekam man einen Sampler von den Young Guns in die Hand gedrückt: Beide Singles („Learn My Lesson“ und „Bones“) des aktuellen Albums „Bones“, und das für umsonst – eine nette Geste.
Pünktlich um 20:00 Uhr ging es los. Sänger Gustav fegte zwischen Gesang und Reden wie ein Flummi über die Bühne. Auch die ein oder andere Einlage, wie „Du hast“ von Rammstein, ließen die Leute schmunzeln. Aber auch wenn die Fans fleißig mitklatschen, wollte der Funke doch nicht vollends überspringen – der geforderte Circle Pit verlief zum Beispiel im Sand. Schade, denn die Jungs haben eine ordentliche Show abgeliefert und klingen live fast noch besser als auf Platte.

Im feschen Outfit erschienen die Lostprophets auf der Bühne: allesamt in weißen Schuhen und der selben Jacke, Ian Watkins selbst noch zusätzlich vermummt mit Halstuch vor dem Mund, schwarzen Lederhandschuhen und mehreren Lasern am Gürtel. Mit der aktuellen Single „Bring `Em Down“ eröffnete die Band ihr Set. Das Megafon fand öfter seinen Einsatz (hatte davor sogar einen eigenen „Soundcheck“), ein größerer Handlaser (Laserschwert lässt grüßen) kam später auch noch mit dazu und nicht zu vergessen diese Milchtüte. Ob da wohl wirklich Milch drin war?!

Lostprophets, Foto: Kirsten OttoDas Reden mit dem Publikum übernahm zunächst Keyboarder Jamie. Mit viel Engagement war er bei der Sache und animierte das Publikum zu Sing-A-Longs und zum Mitklatschen. Das hatte schon was von Animateur. Nach diversen Scherzen untereinander taute Sänger Ian dann auch auf und die Band shakerte nicht mehr nur untereinander. Generell schien die Truppe aus Wales sehr gut gelaunt: Telefonscherze bei „Last Summer“, Beatboxversuche, Song-Anleihen bei Guns N‘ Roses, Backstreet Boys und den Killers, fesche Dancemoves sowie Stapelversuche auf dem armen Stage Tech boten eine unterhaltsame Show und trösteten etwas über Ians dünnes Stimmchen hinweg.
Zwischen den Slapstick-Einlagen spielte die Band auch einige Songs von ihrem neuen Album „Weapons“ und einen guten Mix aus älteren. Die Fans konnten vor der Tour ihre Wünsche äußern: „Shinobi vs. Dragonninja“ vom Debütalbum „Thefakesoundofprogress“, „Start Something“ und „Liberation Transmission“ waren stark vertreten, dafür wurde „The Betrayed“ ein wenig vernachlässigt, ist aber auch nicht schade drum und es gab immerhin wenigstens zwei Lieder davon auf die Ohren. Ein großes Plus für den Abend: Sie gingen auch spontan auf Publikumswünsche ein, scherzten aber auch: Ist das nun ein Wunsch oder ein Drohung. Außer der Reihe wurde daraufhin das gewünschte „We are Godzilla, you are Japan“ gespielt. Das Set klang letztendlich nach guten 90 Minuten mit „Sway“ ruhig aus und Fans und Band wurden glücklich grinsend in die Nacht entlassen.

Setlist:
1. Bring `Em Down
2 It’s not the end of the world but I can see it from here
3. Better off dead
4. Can’t catch Tomorrow
5. Town Called Hypocrisy
6. Another Shot
7. Make a Move
8. Where we belong
9. Last Summer
10. Rooftops
11.Shinobi vs. Dragonninja
12. We Bring an Arsenal
13. Last Train Home
14. We are Godzilla, you are Japan
15. Burn Burn
————
16. Everyday Combat
17. Sway

_ Hier gibt es alle Fotos zur Show von Kirsten Otto
_ Originalartikel erschienen auf www.getaddicted.org

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