It’s only Rock ‘n Roll but we like it…

Die vier Finnen von Disco Ensemble beehrten uns mal wieder.
Mit ihrem aktuellen Album „The Island of Disco Ensemble“ im Gepäck knüpften sie nahtlos an die Tour vom Vorjahr an.
Diesmal waren wir in Aachen, Düsseldorf und Lingen dabei.

„Musikbunker“ ist nicht nur ein Name, es ist auch tatsächlich ein Bunker!
Durch dunkle Katakomben führte der Weg zum eigentlichen Ort des Geschehens.
Die Crew um den Bunker stellte sich als sehr hilfsbereit heraus, so wurden zum Beispiel noch spontan neue Batterien für den Blitz besorgt. Vielen Dank noch mal dafür!Die Zuschauerzahl war an diesem Abend recht überschaubar: 50 Karten wurden im Vorverkauf verkauft. Mit ein paar mehr an der Abendkasse kamen wir an dem Abend vielleicht auf ca. 80 Personen.

Aber sobald Disco Ensemble auf der Bühne standen und mit ihrem Set los legten, waren es doch eher gefühlte 200. Auch wenn die Setlist stark an die letzte Tour im September erinnerte (hier gibt’s Fotos aus Köln und Berlin), tat das der Spielfreude keinen Abbruch.
Überwiegend wurden natürlich Stücke des aktuellen Albums „The Island of Disco Ensemble“ und dem Vorgänger „Magic Recoveries“ zum Besten gegeben. Nur die älteren Stücke kamen leider, wie so oft wenn viel neues Material zur Verfügung steht, zu kurz. Klassiker wie „Drop Dead Casanova“ und „Black Euro“ durften natürlich trotzdem nicht fehlen. Nur Erstling „Viper Ethics“ wurde wie (fast) immer stiefmütterlich vernachlässigt. 😉

Sänger Miikka Koivisto, überraschend haarig aber energiegeladen wie immer, und Co schwitzen sich die Seele aus dem Leib. Das Publikum dankte es mit fleißigen Mitsingen, -klatschen und ordentlich Bewegung. So zeigte Aachen, dass man auch an einem Montagabend ordentlich die Sau raus lassen kann!


Der nächste Halt (für uns) war Düsseldorf. Hier sollten sie im Stone im Ratinger Hof spielen.
Ich hielt dies zunächst für einen Aprilscherz, denn für mich ist das Stone nicht wirklich eine Konzertlocation, aber gut, ich lasse mich gern eines Besseren belehren.

Diesmal hieß es außerdem „ausverkauft“! Es versprach also kuscheliger zu werden, aber auch sonst traf man hier auf ein ganz anderes Publikum als in Aachen: Viel jünger und viel mehr Mädels. Ob das nun an der Stadt oder am Tag (Wochenende!) lag, vermag ich nicht zu sagen.

Vorband an diesem Abend waren Team Stereo. Musikalisch etwas schräg, aber sie hatten Spaß auf der Bühne, kein Wunder bei ausverkauftem Haus. Leider hatten sie stark mit Rückkopplungen zu kämpfen. Dies lag aber wohl tatsächlich am Club, denn Disco Ensemble erging es später nicht anders…
Mit ein paar witzigen Sprüchen hatten sie mich auf jeden Fall auf ihrer Seite. So wurden zum Beispiel Taschen angepriesen, mit denen man das erstandene Disco Ensemble Merch nach Hause tragen könnte. Na dann…
Neben dem einzigen Song den man sich zurzeit auf MySpace anhören kann („Reminder“) gab es natürlich noch mehr auf die Ohren, unter anderem „Try and Error“, den wir angeblich kennen würden, da der Soundcheck erst nach Einlass war. 😉

An dem Abend hinkte man insgesamt dem Zeitplan hinterher, deshalb fingen Disco Ensemble einfach schon mal an aufzubauen, obwohl Team Stereo noch ihren letzten Song spielten. Schon dreist irgendwie, zumal sie dann doch noch nach dem Umbau etwas länger gebraucht haben, um tatsächlich auf die Bühne zu kommen.

Das Warten hatte sich natürlich gelohnt, schon nach den ersten Takten von „Pitch Black Cloud“ war klar: Das wird heute definitiv ein totaler Abriss!
Hüpfen, schieben, drücken, springen, fallen – so moshte sich das Publikum über die mini Tanzfläche. Dank größerer Stufe am Rand gab es aber auch recht sichere Plätze mit guter Sicht. Hier wurde man zwar auch nicht verschont, konnte dem Gedränge aber schon wesentlich gelassener gegenüberstehen!
Bei jeder Gelegenheit wurde tatkräftig mitgeklatscht und -gesungen sowieso.
Zwischen den tanzfreudigeren Songs, wie „Drop Dead Casanova“, „Black Euro“, „Threat Letter Typewriter“ oder auch „Magic Recoveries“ („This is a happy song!“), gab es dankbarer Weise zwischendurch auch das ein oder andere etwas ruhigere Lied (z.B. „Undo“ oder „Protector“). Diese kleinen Verschnaufpausen waren auch dringend nötig!

Ich hätte mir mehr vom zweiten Album „First Aid Kit“ gewünscht, aber alle Anwesend schien dies nicht zu stören, im Gegenteil, jeder Song wurde dankbar angenommen.
Leider war das Set dann nach den 15 Standardsongs auch schon wieder vorbei. Wenn man allerdings in die völlig verschwitzen Gesichter schaute war es vielleicht doch ganz gut so.

Am Ende wurden noch Hände geschüttelt und wer noch Lust hatte konnte sich im Stone im Anschluss weiter austoben. Allerdings strebten die Meisten wohl eher eine Dusche an.
Ganz nach dem Motto „It’s only Rock ‘n Roll but we like it…“: Mission Abriss gelungen!


Am nächsten Tag ging es dann zum letzten Konzert dieser Tour im Alten Schlachthof Lingen.
Ich war gespannt was mich dort erwarten würde, denn die Location war mir noch völlig unbekannt.
Ich muss sagen, dass ich mir unter nem „Alten Schlachthof“ schon eher so etwas Ranziges wie in Wiesbaden vorgestellt hatte. Aber nein, alles, nur nicht ranzig. Es handelt sich hierbei ja auch um ein „Kinder-, Jugend- und Kulturzentrum“. Dementsprechend viel auch hier das Publikum wieder jünger aus.

Als Vorband waren hier Face Tomorrow aus Holland mit am Start.
Ich kannte sie nicht, aber ich war froh, dass endlich mal ne Vorband spielte, die es richtig drauf hat. Guter Sound und guter Gesang – Danke! Unter anderem gab es hier Stücke des gerade erschienen self-titled Albums zu hören, unter anderem „Burning Bridges“, „The Fix“ oder auch „Move On“. Die Herren sind mit dem Album auf Platz 54 der holländischen Albumcharts eingestiegen. Glückwunsch, von denen hört man sicherlich noch öfter was.

Ich hätte es nicht vermutet, aber es war doch ziemlich voll. 120 Karten wurden im Vorverkauf verkauft. Zunächst war das Publikum aber noch recht verhalten, jeder hüpfte für sich…Bis Miikka kurzerhand ins Publikum sprang und damit den Moshpit eröffnete.
Gute Aktion, auch wenn ich noch recht fertig vom Vortag war.
Trotz weniger Leute als in Düsseldorf war es viel heißer und extrem schwitzig. Oben drauf gab’s noch eine Ladung extremer Gerüche – Duschen und Klamotten waschen kommt auf Tour halt ab und an zu kurz…hoffen wir das Beste und es gab für jeden noch ne Dusche bevor sie die 16 Stunden Fahrt zurück in die Heimat antraten! 😉


Fazit: Egal welche Stadt oder welcher Tag – Disco Ensemble waren Spielfreudig und energiegeladen und das Publikum feierte bis zum Schluss mit.
Wir freuen uns auf nächstes Mal, dann aber hoffentlich mit einer bisschen anderen Setlist. 😉
Kiitos!


Wer die Herren verpasst hat, hat die Chance sie bei dem einen oder anderen Festival im Sommer live zu erleben:
15. Juli – Happiness Festival
12. August – Open Flair Festival
13. August – Taubertal Festival
19. – 21. August – Area 4 Festival (Tag noch unbekannt)


 

_ Hier gibt es alle Fotos zur Show in Aachen.

_ Hier gibt es alle Fotos zur Show in Lingen.

Setlist:
01 Pitch Black Cloud
02 Drop Dead Casanova
03 Semi / Undo
04 Threat Letter Typewriter
05 Protector
06 Black Euro
07 Bad Luck Charm
08 We Might Fall Apart
09 White Flag For Peace
10 Lefty
11 Headphones
———————-
12 Bay Of Biscay
13 So Cold
14 Worst Night Out
15 Magic Recoveries

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