Muse – Aller guten Dinge sind 3

Muse @ Lanxess Arena, Köln // 16.11.2009
Support: Biffy Clyro


Man hört so einiges über MUSE, unter anderem dass sie eine Livesensation sind. Mit ihrem aktuellen Album „The Resistance“ ist das britische Trio hierzulande direkt von 0 auf 1 in die Charts eingestiegen – bisher der größte Erfolg der Band innerhalb Deutschlands. Das exklusive Berliner Clubkonzert im September war dementsprechend innerhalb von 12 Minuten ausverkauft.
Die Kölner Lanxess Arena war am Montagabend zwar nicht komplett ausverkauft, aber 12.500 Besucher sind auch schon eine beachtliche Zahl und ich konnte mich nun endlich von besagten Livequalitäten überzeugen. Fürwahr haben sich MUSE für ihre „Resistance Tour“ nicht lumpen lassen. Die angekündigte 360 Grad Bühne hätte ich mir zwar anders vorgestellt (mittig zum Beispiel) aber die LED Türme inklusive Videoprojektion und Sound in alle Richtungen, beziehungsweise beweglichen Podeste, waren schon sehr eindrucksvoll.
Leider waren alle Fotopässe schon vergeben, aber wenn man von Knebelverträgen und Verbannung liest (wie hier zum Beispiel), bin ich im Nachhinein eigentlich ganz froh, dass man ganz ohne Fotostreß die Show genießen durfte.


Schon kurz vor halb 8 enterte das schottische Trio BIFFY CLYRO die Bühne. Leider war das Publikum nicht so überpünktlich, so machte die Halle zu diesem Zeitpunkt noch einen recht leeren Einruck, obwohl zumindest der Innenraum schon recht gut gefüllt war. Trotz zuviel Hall über dem Gesang, präsentierten Neil & Co souverän Songs von ihrem neuen Album „Only Revolutions“ (u.a. „The Captain“, „Mountains“ oder auch „God & Satan“). Auch der ein oder andere ältere Song, wie zum Beispiel „Living Is A Problem Because Everything Dies“ vom Vorgänger „Puzzle“ (2007), wurden hervorgezaubert und so schrammelten sich die Schotten hingebungsvoll durch das gesamte Set.
Wer das Trio wegen des überpünktlichen Zeitplans verpasst hat oder gar Gefallen an ihnen gefunden hat, hat diesen und nächsten Monat die Chance BIFFY CLYRO als Headliner im kleinen Club zu genießen (z.B. am 23.11.09 im Kölner Gloria).


Dann endlich ging erneut das Licht aus und die 3 LED Türme in Wolkenkratzer-Optik standen nun im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Während des Intros erklommen projizierte gesichtslose Gestalten die Hochhäuser bis zum freien Fall. Damit fielen auch die Hüllen der LED Türme und gaben den Blick auf 3 Podeste frei: Matthew Bellamy im feschen Fummel inklusive leuchtender Riesensonnenbrille an der Gitarre, Dominic Howard am Schlagzeug und Chris Wolstenholme am Bass. Der Vorhang war gefallen und das Trio stürmte gleich mit der 1. Single des neuen Albums „Uprising“ los, dicht gefolgt von „Resistance“.
Nach den ersten Songs senkten sich die Podeste im roten Schein langsam herab. Kaum auf der Bühne angekommen und nicht länger ans Podest gebunden taumelte Matt ganz in seiner eigenen Welt versunken umher und bearbeitete seine Gitarre meisterlich.
Das große Orchester wurde zwar zu Haus gelassen, aber immerhin hatten sie zur Unterstützung ihr 1-Mann-Orchester am Keyboard mit dabei.
Matt Bellamys Stimme schmeichelte den Ohren, aber auch die Augen kamen nicht zu kurz: Eine astreine Lasershow erfüllte die Arena und wilde Animationen gepaart mit Livebildern des Konzerts wurden auf die Türme projiziert. Drummer Dominic wurde immer wieder hoch und runter gefahren und dank des drehbaren Podests konnte er ohne Probleme zwischen seinen 3 Drumkits hin und her switchen. Wie durch Zauberei bekleidete dann ein Piano die Bühne und Matt & Co schwangen sich samt Piano erneut in luftige Höhen, um den Queen-Moment mit „United States Of Eurasia“ gebührend zu zelebrieren. Während das Piano wieder still und heimlich verschwand gab es ein spitzenklasse Schlagzeugsolo auf die Ohren, so lobt man sich „Umbaupausen“. Matt tauchte zu „Undisclosed Desires“ mit einer Keytar behangen wieder auf und während „Starlight“ regneten riesige weiße konfettigefüllte Luftballons auf das Publikum hernieder. Zu Beginn des letzten Songs des Abends – „Knights of Cydonia“ – begeisterte Chris dann auch noch die Anwesenden mit seinem Mundharmonika-Spiel.
Die 3 Herren von MUSE boten, bis auf ihren Erstling „Showbiz“, einen guten Querschnitt durch ihre bisherige Karriere und das Publikum feierte durchweg alle Songs mit – egal ob neu oder alt.


Fazit: Nach gut 100 Minuten und einer effektbeladenen Show mit finalen Rauchfontänen kann man mit Fug und Recht behaupten: MUSE sind groß, unverwechselbar, ein Ereignis!


Setlist
01 Uprising
02 Resistance
03 New Born
04 Map of the Problematique
05 Supermassive Black Hole
06 MK Ultra
07 Interlude
08 Hysteria
09 Nishe
10 United States Of Eurasia
11 Feeling Good
12 Helsinki Jam
13 Undisclosed Desires
14 Starlight
15 Plug In Baby
16 Time Is Running Out
17 Unnatural Selection
——————-
18 Exogenesis: Symphony, Part 1: Overture
19 Stockholm Syndrome
20 Knights of Cydonia


_ Originalartikel erschienen auf www.bizarre-radio.de

 

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