„Barricade-breaking Motherfuckers!“

Rise Against @ Philipshalle, Düsseldorf // 10.11.2009

Support: Thursday, Poison The Well


Die sympathischen 4 Chicagoer von RISE AGAINST beehren uns in wunderbar regelmässigen abständen. Zuletzt im Kölner Palladium sind sie nun nach einer anstrengenden Festivalsaison 2009 wieder zurück in der Halle. Dank MTV- und Guitar Hero-Fluch sind sie mittlerweile schon bei der 7500 Mann starken Philipshalle angekommen. Es sei ihnen natürlich gegönnt, aber Konzerte im kleinen Rahmen sind nunmal einfach unschlagbar.


Mit im Gepäck 5 Alben sowie so hochkarätigen Support wie THURSDAY und POISON THE WELL. Da wunderte man sich nicht über die langen Schlangen vor der Halle in Düsseldorf. Auch im Innenraum bildete sich schnell ein harter Kern von Fans vor der Absperrung und die ersten „Scheiß Tribüne“ Rufe wurden laut, obwohl diese doch größtenteils abgesperrt war. Denn trotz dem immer weiter wachsenden Bekanntheitsgrad war das Konzert nicht ausverkauft. Obwohl man durchaus das Gefühl hätte haben können – doch dazu später mehr.


Pünktlich um 20 Uhr ging das Licht aus und POISON THE WELL starteten in ihr 30 minütiges Set. Leider hatten die 5 aus Miami, Florida mit zu basslastigen Sound zu kämpfen. Den anwesenden Fans war es anscheinend egal, doch sonst wollte der Funke noch nicht so recht überspringen.


Nach 20 Minuten Umbaupause ging es zügig weiter mit THURSDAY. Auch hier gab es einige Soundprobleme, vor allem während der zweiten Hälfte des Sets litt der Gesang beträchtlich. Trotzdem legten sich die Jungs um Sänger Geoff Rickly mächtig ins Zeug. Theatralisch wird über die Bühne getaumelt, Mikrophon-Action zum Besten gegeben, bis schließlich das Set am Boden endete. Immer wieder schön sind Überraschungen, so kamen alle RISE AGAINST Fans schon verfrüht in den Genuß von Tim McIlraths Stimme. Als Gastsänger unterstütze er THURSDAY bei „Resuscitation Of A Dead Man“.
Als Andenken wurde noch ein Bild vom Publikum geknipst, bevor Platz für RISE AGAINST gemacht wurde.


Dann endlich war es Zeit für den Headliner des Abends: RISE AGAINST.
Fette Bildschirme über die politische Bildausschnitte flimmerten untermalten das Intro. Gleich wurde mächtig losgelegt mit „Collapse“ und „State of the Union“. Der Sound war nun besser, aber auch hier schwächelte es ab und an beim Gesang.
RISE AGAINST lieferten eine mitreißende (eher wohl „abreißende“) Show und knallten dem Publikum ein spitzenklasse Repertoire an Songs vor den Latz. Doch leider gestaltete sich die Setlist nicht ganz so abwechslungsreich wie es bei 5 Alben möglich gewesen wäre. Gerade Fans der 1. Stunde wird es sicher nicht so gut gefallen haben, dass das Erstlingswerk so außer Acht gelassen wurde. Hier wurde sich mehr auf die neueren Alben „The Sufferer And The Witness“ und „Appeal to Reason“ konzentriert, was man durchaus nachvollziehen kann, schließlich entwickelt man sich weiter und möchte die neueren Stücke zum Besten geben. Trotzdem hätten 2-3 Songs von „The Unraveling“ sicher nicht geschadet.


Mittendrin kam es dann plötzlich zum „Abriß“. Die tobende Pit hatte es doch tatsächlich geschafft die Absperrung nieder zu reißen – Respekt. Allerdings wärte die Belustigung nur kurz, denn dies zog eine 30 minütige Zwangspause hinter sich her, in der sich die Securities bemühten diese wieder zu richten. Natürlich geht Sicherheit vor, trotzdem sollte man bei einer Halle wie dieser davon ausgehen, dass sie mit solchen Situationen schneller und besser fertig werden.
Leider wurde die Zeit auch nicht genutzt um 1-2 Akustik Songs zu performen, statt dessen versuchten RISE AGAINST zunächst die Stimmung mit ein paar lückenfüller Kommentaren zu halten, verließen dann aber doch die Bühne (MySpace Freunde adden).
Nachdem die Absperrung endlich wieder gesichert war, ging es nahtlos weiter im Set. Die Stimmung hatte durch die Pause schon ein wenig gelitten doch spätestens bei ihrem Hit „Prayer Of The Refugee“ war die Unterbrechung erstmal wieder vergessen.


Die Zugabe ließ nicht lang auf sich warten, schließlich mussten wir dies an diesem Abend schon genug.
Zunächst gab es Gänsehaut-Feeling mit den Akustiknummern „Swing Life away“, „Hero of War“, einem textsicherem Publikum und jeder Menge Feuerzeuge. Auch das einsetzende Schlagzeug bei der Hälfte von „Hero of War“ verfehlte seine Wirkung nicht.
Nach diesen Songperlen ließ es RISE AGAINST mit „Dancing For Rain“, „Give It All“ und „Ready To Fall“ noch einmal ordentlich krachen, um die Fans nach guten 90 Minuten (ohne die Unterbrechung) verschwitzt und glücklich nach Hause zu entlassen.


Wir sind gespannt in welchen Hallen wir mit RISE AGAINST beim nächsten Mal die Absperrung einreißen dürfen.


Setlist RISE AGAINST
01 Collapse
02 State Of The Union
03 Re-Education
04 Paperwings
05 Long Forgotten Sons
06 The Good Left Undone
07 Chamber The Cartridge
08 Drones
09 The Dirt Whispered
10 Audience Of One
11 Blood To Bleed
12 Savior
13 Survive
14 Blood-Red White & Blue
15 Prayer Of The Refugee
————-
16 Swing Life Away (akustisch)
17 Hero Of War (akustisch)
18 Dancing For Rain
19 Give It All
20 Ready To Fall


Setlist THURSDAY
01 The Other Side Of The Crash / Over And Out (Of Control)
02 Paris In Flames
03 Understanding In A Car
04 Resuscitation Of A Dead Man
05 Friends In The Armed Forces
06 Circuits Of Fever
07 At This Velocity
08 Division Street
09 Jet Black New Year

_ Alle Fotos zum Abend
_ Originalartikel erschienen auf www.bizarre-radio.de

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