Muse – The Resistance

Warner
Vö: 11.09.2009


Das nun bereits 5. MUSE Album ist endlich fertig, liegt bei mir und läuft auf Repeat.
Der erste Eindruck:
Noch opulenter als das Vorgängeralbum „Black Holes and Revelations“ (2006) kommen MUSE hier her und erschlagen einen mit jeder Menge Pathos.


Doch 1x hören wird dem Album nicht gerecht. Das Trio aus Teignmouth ruht sich nicht auf bewährtem Terrain aus sondern erweitert noch mal ihren Horizont und erschafft ihre eigene Rock-Oper (mit Betonung auf „Oper“).
Über Orgel, Klarinette oder Streichern ist alles zu finden. Die Orchesterparts wurden am Ende mit ganzen 40 Musikern aufgenommen.


Man merkt dem Album an, dass MUSE hier einfach MUSE sein konnten. Hier wird rumexperimentiert und sich entfaltet – MUSE machen worauf sie Lust haben und das ist auch gut so.
Über theatralisch, opernhaft, klassisch (Exogenesis), Elektro-Synthy-Sound der 80iger im Depeche Mode-Stil (Undisclosed Desires, MK Ultra), R&B lastig mit französischen Versen (I belong to you) bis zu Queen-Gedächtnis-Stücken (United States of Eurasia) ist alles vertreten.
Einen besonders wilden Mix bietet das letztgenannte Stück „United States of Eurasia“. Dem Piano Intro folgen Streicher umschmeichelt von Matt Bellamys Stimme, der hier eindrucksvoll unter Beweis stellt was er eigentlich stimmlich drauf hat. Beim Refrain schreckt man kurz hoch und denkt „Wo kommt denn jetzt QUEEN her..?!“ Doch viel Zeit zum Nachdenken bleibt dem Hörer nicht, schon geht’s mit orientalisch angehauchten Rhythmen weiter. Auch Chopin darf am Ende der wilden Reise nicht fehlen und untermalt hier den Start/Abschuss einer Rakete…wow, da fehlen mir die Worte.


Neben all diesen Ausschweifungen lassen sich aber auch ein paar Stücke finden, welche ohne Probleme als prä-„Black Holes“-Songs durchgehen würden. Dazu zählt der erste Track des Albums „The Uprising“. Mit einer der eingängigsten Songs und gleichzeitig auch die erste Single des Albums. Mit Handclaps, feschem Synthy-Sounds und harten Gitarrenriffs liefert der Song einen sehr guten Einstieg. Ein wenig verwunderlich ist die Tonlage von Matt Bellamys Gesang. In der Strophe singt er viel tiefer als gewohnt, schwingt sich aber im Refrain in die gewohnten Bellamy-Höhen empor.
Auch „Unnatural Selection“ fällt in diese Kategorie. Gut, ein Orgelintro mag zunächst abschrecken, führt den Hörer aber nur in die Irre, denn gleich drauf folgt ein grandioses Gitarrenriff und das Stück entwickelt sich zur härtesten Nummer des Albums.


Besonderns opulent kommt der Track bzw die Tracks „Exogenesis“ daher – eine Symphonie in 3 Teilen.
Musikalisch sehr beeindruckend aber gleichzeitig auch abschreckend, denn mit „Rock“ hat dieses sehr klassische Stück nicht mehr viel zu tun.
„Funktioniert das Ganze auch live?“ mag sich der ein oder andere fragen. Zurecht, denn MUSE können nicht immer ein ganzes Orchester im Schlepptau haben.
Auf der kommenden europaweiten „Resistance Tour“ werden wir erleben ob die neuen Stücke auch live umsetzbar sind.


Für meinen Geschmack ist diese Platte zu weit weg vom eigentlichen Rock-Sound. Aber man sollte dem Album eine Chance geben, denn es hält einiges für den Hörer bereit.


Setlist
01. Uprising ***
02. Resistance
03. Undisclosed Desires
04. United States Of Eurasia
05. Guiding Light
06. Unnatural Selection ***
07. MK Ultra
08. I Belong To You [+Mon Coeur S’Ouvre A Ta Voix]
09. Exogenesis: Symphony Part 1 [Overture]
10. Exogenesis: Symphony Part 2 [Cross-pollination]
11. Exogenesis: Symphony Part 3 [Redemption]
[ *** Anspieltipps ]


10 Punkte (von max. 15)


_ Originalartikel erschienen auf www.bizarre-radio.de

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