Devil Side Festival – Höllische Premiere

Devil Side Festival @ Landschaftspark-Nord, Duisburg // 28.06.2009

Am Sonntag war es soweit: Das DEVIL SIDE Festival lud bei schwüler Hitze zum ersten Mal zur „Matinee from Hell“.


Trotz eines klasse Line-Ups und bestem Wetter schlichen sich doch so einige Mängel in die Organisation ein:
1. Keine Bändchen, kein Wiedereinlass
Bei 12 Stunden auf dem Festivalgelände schon ziemlich happig.
Mit Bändchen wären sicher auch die nächsten 2 Probleme entschärft worden.


2. Kein Frühstück
Um 10:00 Uhr war Einlass. Dazu kam noch die Anreise. Da kann man davon ausgehen, dass so einige Mägen nach einem belegten Brötchen geknurrt und vor allen Dingen nach Kaffee gelechzt haben.


3. Getränkeversorgung
Der Festivalbesucher musste sich auf lange Wartezeiten einstellen. Eine halbe Stunde war nicht unüblich. Wenn man dann endlich das kühle Nass in den Händen hielt wurde man erneut enttäuscht, denn die Getränke waren meist warm. Teilweise war die Versorgung komplett unterbrochen, entweder weil Bier, Wasser, Cola gerade aus war oder keine Becher zur Verfügung standen.
Bei solchen Temperaturen ein absolutes Unding, da hilft auch kein Liter Tetrapack!
(Hierzu hat das Team des Festivals bereits Stellung genommen)


4. Zeitplan
Überschneidungen sind out, stattdessen spielten alle Bands nacheinander. So kam es sehr schnell zu Verzögerungen im Ablauf. Zum Ende hin dauerten deswegen die „Umbaupausen“ auch mal gern 1 Stunde.
Ein sich nicht überschneidender Zeitplan ist nett gedacht für all diejenigen, die wirklich jede Band sehen wollten, allerdings unfair denen gegenüber, die sich darauf eingestellt hatten relativ früh nach Hause zu kommen (geplantes Ende: 23:30Uhr) und am nächsten Tag arbeiten müssen. Für letztere hieß es entweder den Headliner sausen zu lassen, sich für Montag krank schreiben zu lassen oder übermüdet bei der Arbeit aufzutauchen – alles suboptimal. Vielleicht sollte das Festival das nächste Mal besser auf einen Samstag gelegt werden oder aber der Zeitplan so geplant werden, dass die Leute wissen was auf sie zukommt.
Auch wegen der Abhängigkeit von den öffentlichen Verkehrsmitteln mussten einige schon vor dem eigentlichen Headlinern die Segel streichen. Schade!


Nach ein wenig Kritik nun zu den angenehmen Seiten:
Die Location, Landschaftspark-Nord in Duisburg, war gut gewählt und lieferte Dank des industriellen Ambientes eine wunderbare Atmosphäre in Verbindung mit einem abwechslungsreichen Line-Up aus Rock, Metal, Punk, Hardcore und Alternative.


Ob „Big kick-off Show“ von ANTHRAX oder „Warm up for Hell“ mit HATESPEHRE – schon zu früher Stunde fanden sich eine ganze Menge Fans ein, die den Start in einen teuflischen Sonntag miterleben wollten. Nach und nach füllte sich das Gelände, spätestens zu NEAERA, die als Ersatz für FIVE FINGER DEATH PUNCH die Fahne hoch hielten, war das Festival sehr gut besucht. Auch wenn es noch früh am Tag war, wurde den Fans ein abwechslungsreiches Set aus brandneuen Songs (z.B. „Prey To Anguish“) vom aktuellen Album „Omnicide-Creation Unleashed“ bis hin zu ganz altem Zeug (z.B. „Walls Instead of Bridges“) vom 2005er Debüt „The Rising Tide of Oblivion“ geboten.
ALL SHALL PERISH zogen die meisten Besucher zurück zur Hell-Stage, um Werke ihres aktuellen Albums „The Price Of Existence“ zum Besten zu geben.
Weiter ging es mit ELVIS JACKSON auf der Devil-Stage. Mit ihrer Mischung aus Ska, Punk und Reggae boten sie die erste Abwechslung zwischen den sonst so harten Metal-Klängen. Neben Trompete, Bongos und 1a Bühnen-Akrobatik unterhielten die 4 Slowenen das Publikum ziemlich gut. Wer wollte nicht schon immer mal mit Luftmatratze über die Menge surfen?! Auch die Songs des aktuellen Albums „Against the Gravity“ können sich hören lassen. Für mich die Überraschung des Festivals.
MILLENCOLIN boten eine solide Show mit Songs des aktuellen Albums „Machine 15“ und Klassikern wie „Black Eye“ und „Man or Mouse“, nur das Publikum blieb eher verhalten.
Wieder zurück zur Devil-Stage, denn DISCO ENSEMBLE hatten nun ihren Auftritt. Man könnte jetzt streiten ob die 4 Finnen ins Line-Up passten oder nicht, live sind sie einfach der Knaller! So wurde zum Beispiel extra fürs Festival, das eh schon harte „Stun Gun“ noch zusätzlich mit Double Bass unterstützt. Auch „Bad Luck Charm“, „Threat Letter Typewriter“ und „Headphones“ des aktuellen Albums „Magic Recoveries“ gepaart mit einigen Stücken des Vorgängers „First Aid Kit“, wie „Black Euro“ und „We Might Fall Apart“ unterhielten das Publikum. Einzig das ruhigere „Worst Night Out“ wollte nicht ganz ins Set passen. Dafür hätten sie lieber noch was Härteres und Schnelleres wie „Magic Recoveries“ oder „This is my head exploding“ spielen sollen. Ich war trotzdem begeistert, denn frisch und voller Energie reißen die sympathischen Finnen einen einfach immer mit.
Dann wurde es zum ersten Mal richtig voll vor der Bühne -DISCIPLINE standen nun auf dem Plan und beglückten das Publikum mit alten wie auch neuen Songs, sowie dem Cover „We’re not gonna take it“.
Mit ihrem Set brachten sie die Moshpit ordentlich zum Dampfen, da mussten schnell ein paar Feuerwehrschläuche zum löschen herangeschafft werden.
Von dem Auftritt der MISFITS war ich eher enttäuscht, trotz Kult wurden die Songs lieblos herunter gerattert. Schade!
Die Schweden von THE BONES dröhnten so richtig schön durch Mark und Bein, Dank des viel zu übersteuerten Bass und konnten mich trotz Lovesong, „She hates me“ vom aktuellen Album „Burnout Boulevard“ (2007 erschienen), nicht überzeugen. Der Großteil des Publikums sah es anders und feierte mit.
SEPULTURA stellten ihre Songs des neuen Albums „A-Lex“ auf der Hell-Stage vor. Doch die neuen Sachen wollen einfach nicht zünden und ohne Cavalera ist es einfach nicht mehr dasselbe….
Die BLOODHOUND GANG lieferte eine Show, wie man es sich Berichten zufolge vorstellt, es aber einfach nicht glauben kann – ganz schön eklig! Mit im Gepäck waren, neben Ekel-Attacken seitens Evil Jared, alle Hits („I Hope You Die“, „The Ballad Of Chasey Lain“, „Along Comes Mary“, „Foxtrot Uniform Charlie Kilo“, „Uhn Tiss Uhn Tiss Uhn Tiss“, „The Bad Touch“, „Fire Water Burn“ und mehr). Zur Bühnenshow: Da zerreißt sich Evil Jared das Hemd um es sich unter die Achseln zu reiben, dann noch durch den Schritt zu ziehen und es dann ins Publikum zu werfen. Ich kann mir nicht vorstellen wer so etwas fangen möchte..aber gut….
Auch lecker: Zunächst wird in einen Becher mit Bier gepinkelt, das Ganze geext, gekotzt, um die Schose erneut zu trinken *yum* da kommt Freude auf!
Dem Auftritt von SOULFLY fieberten die meisten Festivalbesucher entgegen und sie wurden nicht enttäuscht! Ein abwechslungsreiches Set gepaart mit einer klasse Bühnenshow ließen die Herzen höher schlagen. So wurden sowohl alte Sepultura Songs, wie zum Beispiel „Roots Bloody Roots“ und „Refuse/Resist“, aber auch Songs des aktuellen Albums „Conquer“ („Blood Fire War Hate“ und „Unleash“) gespielt, sowie ein guter Mix der restlichen 5 Alben („Babylon“, „Prophecy“, „Back to the primitive“, „Seek n Strike“, und mehr).
Bei MOTÖRHEAD mussten ich und auch einige Andere leider passen, wegen der Verzögerung im Ablauf.


Fazit: Sehr gute Bands, bei super Wetter – nur die Organisation sollte dringend noch mal überdacht werde…dann sehen wir uns sicher auch 2010 wieder!


Line-Up im Überblick:

HELLSTAGE

22:20 MOTÖRHEAD (bis 23:30)
20:50 CLAWFINGER
19:20 SEPULTURA
17:55 MISFITS
16:35 SODOM
15:20 HAMMERHEAD
14:10 MILLENCOLIN
13:10 ALL SHALL PERISH
12:10 PETER PAN SPEEDROCK
11:00 ANTHRAX
10:10 KAMIKAZE QUEENS


DEVILSTAGE
21:35 SOULFLY
20:05 BLOODHOUND GANG
18:40 THE BONES
17:15 DISCIPLINE
15:55 CRO MAGS
14:45 DISCO ENSEMBLE
13:40 ELVIS JACKSON
12:40 NEAERA
11:45 CARBURETORS
10:30 HATESPHERE


_ Originalartikel erschienen auf www.bizarre-radio.de

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Ein Gedanke zu „Devil Side Festival – Höllische Premiere

  1. Pingback: Disco Ensemble Festival Report 2009 « spoeker

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